Exakteste Etikettenpositionierung dank neuentwickelten Verstellkopf

Bei heutigen IML-Systemen kann sich die Positionierung der Label im Betrieb verändern. Dies kann durch einen Magazinwechsel, Labelwechsel oder innerhalb eines Labelstapels durch Schnitttoleranzen auftreten. Der neue Verstellkopf der Beck Automation AG erkennt diese Unregelmässigkeiten und richtet die Etiketten präzise aus.

„Unser Verstellkopf kommt dort zum Einsatz, wo Wert auf ein exakt positioniertes Label gelegt wird“, erklärt Nico Zehnder, Marketing- und Vertriebsverantwortlicher der Beck Automation. Der IML-Spezialist aus der Schweiz stellt den neuen Verstellkopf auf der Messe K in Düsseldorf erstmalig dem Fachpublikum vor. Der BECK Verstellkopf nimmt einzelne Etiketten auf, vermisst und positioniert diese in der gewünschten Lage. Die Einheit ist auf der IML-Transporteinheit montiert, welche den Kerndummy mit Etiketten bestückt. Auf dem Transportweg zwischen dem Magazin und dem Kerndummy richtet der Verstellkopf das Etikett exakt aus. Dadurch erhöht sich die Positioniergenauigkeit. Zudem reduzieren sich schlussendlich der Ausschuss und manuelle Feineinstellungen. Der Verstellkopf lässt sich auf den meisten bestehende IML-Systemen nachrüsteen, wobei der Platzbedarf den klassischen Winkelausleger des Labeltransports entspricht.

Gezeigt wird die Anwendung auf dem Stand der Firma WITTMANN BATTENFELD in Halle 15, Stand C06. Die Beck Automation präsentiert darüber hinaus weiter Produktinnovationen auf der K 2022 in Halle 12 B36-05.

Starke Nachfrage nach IML-Lösungen im Bereich Medical

Im diesjährigen Frühjahr trat die Beck Automation AG offiziell in dem internationalen Medical-Markt ein. Im Fokus standen dabei Automationslösungen für Produzenten medizinischer Verbrauchsmittel, die im Spritzgießverfahren hergestellt werden. Nach einem Vierteljahr lassen sich bereits die ersten positiven Entwicklungen zusammenfassen.

„Wir gingen zu Beginn davon aus, dass unserer Markteintritt positiv von Medical-Unternehmen bewertet wird. Mit so viel positivem Feedback und Anfragen hatten wir dann allerdings nicht gerechnet“, blickt Ralf Ziemer, Sales Manager Medical der Beck Automation, zurück. Nicht nur die Reaktionen auf den Markteintritt in den sozialen Netzwerken waren überaus positiv, sondern auch die in der Folgezeit eingegangen Anfragen. Dabei musste das Management der Beck Automation sogar Einschätzungen korrigieren. So war man von einer geringeren Nachfrage bezüglich der In-Mould-Labeling (IML)-Prozesse ausgegangen und hatte sich zunächst auf Anwendungen im Bereich der schnellen Entnahme und im Down Stream konzentriert.

Allerdings wurden bis dato die IML-Lösungen ebenfalls stark nachgefragt, weshalb Beck Automation seine Strategie angepasst hat. „Wir wollten IML im Medical-Bereich nicht unbedingt pushen, jedoch haben ca. 50% aller Anfragen mit IML zu tun. Dabei handelt es sich zum Teil um spezifische, hochpräzise Anwendungen. So arbeiten wir gerade an einer Lösung ein RFID-Label in Komponenten einzubringen, die später mit vorgefüllten Spritzen verwendet werden. Die Anfrage für diese zukunftsweisende Technologie erhielten wir, weil wir als einziges Automationsunternehmen solch präzise Lösungen anbieten können,“ so Ziemer. Darüber hinaus konnten weitere vielversprechende Projekte generiert werden.

„Wir überzeugen unsere Gesprächspartner mit unserem Engineering und unserem Verständnis betreffend die baulichen Ausführungen einer Medical-Anlage. Sobald wir dieses Thema ansprechen und anhand von Beispielen darstellen, was wir unter Swiss Engineering verstehen, erreichen wir die notwendige Aufmerksamkeit auf Kundenseite. Dadurch konnten wir mittlerweile Anfragen generieren, die hochgenaue IML-Ergebnisse erfordern. Das ist insbesondere im Medical-Bereich sehr wichtig“, führt Ziemer weiter aus. So arbeitet das Team von Beck Automation an einem Projekt für den US-Markt, bei dem es um die Skalierung eines Zentrifugenröhrchen geht. IML soll die bisher eingesetzte Drucktechnik ersetzen. Ziemer ist dabei bewusst, dass der IML-Prozess bei solchen Anwendungen extrem genau und zuverlässig durchgeführt werden muss, da z.T. Ungenauigkeiten (print-to-cut) der Label kompensiert werden müssen.

„Wir sind in der Lage, diese sehr präzisen IML-Prozesse abzubilden. Dabei kombinieren wir unsere Erfahrung mit den von uns entwickelten Innovationen. Überdies arbeiten wir bereits an Zukunftstechnologien, etwa der hochgenauen Positionierung, die wir dieses Jahr während der Messe K in Düsseldorf vorstellen werden,“ führt Ziemer weiter aus.

Schweizer Automationsinnovationen für den Medical Markt

Das Schweizer Technologieunternehmen Beck Automation entwickelt innovative Automationslösungen, die sich in die Fertigungen kunststoffverarbeitender Industrien integrieren lassen. Der Verfahrensspezialist gewährleistet mit seinen innovativen Anlagenlösungen und Dienstleistungen die Qualität und Effizienz in unterschiedlichsten Produktionsprozessen. CEO Nicolas Beck, CSO Nino Zehnder und Ralf Ziemer, Sales Manager Medical der Beck Automation, erläutern im Interview, warum sich das in dritter Generation familiengeführte Unternehmen nun ein weiteres Standbein im Bereich der Medizintechnik aufbaut.

 

Herr Beck, sie expandieren in den Medical Bereich und haben hierzu eine eigene BU gegründet. Was gab hierzu den Ausschlag? 

Nicolas Beck: Wir befassen uns mit dieser Option seit ca. vier Jahren, denn die Schweiz ist ein globaler Medical-Standort, an dem Pharmaunternehmen sowie Forschung- und Entwicklungseinrichtungen angesiedelt sind. Unser Land nimmt nicht nur im internationalen Vergleich eine klare Führungsrolle ein, sondern ist zudem auch seitens der Nachbarländer von Medical-Unternehmen und -Zulieferern umgeben. Des Weiteren zeigen Marktanalysen und die stark angestiegene Zahl von Anfragen den steigenden Bedarf an Automatisierungslösungen.  Unsere qualitativ hochwertigen Systemlösungen sind sehr gefragt. Im IML-Bereich zählen wir zu den Top 3- Herstellern weltweit.  Somit ist der Eintritt in den Medical-Markt nur konsequent. Dieser Schritt stellt einen Meilenstein in der Unternehmensgeschichte von Beck Automation dar.

Wie hat sich das Unternehmen Beck Automation auf den Einstieg in die Medical-Branche vorbereitet? Sicherlich war es erforderlich, gezielt Fachwissen aufzubauen, Mitarbeiter zu schulen und zudem die Vermarktung und den Vertrieb auf den neuen Bereich auszurichten.

Nino Zehnder: Bereits in der Planungsphase haben wir markt- und produktspezifisches Wissen aufgebaut und fachkompetentes Personal eingestellt. Den Vertrieb, das Projektmanagement, die Konstruktion und den Service haben wir auf die spezifischen Bedingungen ausgerichtet. Überdies hinaus kooperieren wir eng mit unseren Bestandskunden, die beispielsweise den Markt medizinischer Verbrauchsmittel bedienen. Weil wir uns gezielt auf den Medical-Markt konzentrieren wollen, wird die Business Unit Medical innerhalb unserer Organisation autonom arbeiten, um kompetent, flexibel und schnell auf die kundenseitigen Anforderungen reagieren zu können.

Sie wollen also spezifische Automatisierungslösungen für den Bereich Medical anbieten?

Nino Zehnder: Medical-Komponenten sind keine Standardteile. Sie erfordern sehr individuelle, maßgeschneiderte Lösungen und darin liegt unsere Kernkompetenz. Daher werden wir auch zukünftig nach unserem Leitbild handeln: zuhören, verstehen, um dann innerhalb unserer Kernkompetenzen zu agieren. Für unsere Kunden resultieren durch unsere passgenauen Anlagen nachhaltige wirtschaftliche Vorteile. Dabei stellen wir uns höchsten Anforderungen in der Produkt- und Produktionssicherheit. Diese sichern wir durch Lösungen, die reproduzierbar, validierfähig und hygienisch einwandfrei sind.

Welche Kundengruppen sprechen sie an?

Ralf Ziemer: Mit unseren Lösungen richten wir uns an Unternehmen, die medizinische Verbrauchsmittel im Spritzgießverfahren herstellen. Dabei handelt es sich um Pharmaunternehmen und deren Fertiger. Anwendungsbereiche gibt es in den vier Hauptsegmenten Injektion, Infusion/Transfusion, Diagnostik/Labor sowie Health Care und Hospital Care. Des Weiteren sprechen wir auch Hersteller hochwertiger Verpackungslösungen in der Kosmetik an.

Welchen produktspezifischen Mehrwert dürfen die potenziellen Medical-Kunden von Beck Automation erwarten?

Ralf Ziemer: Von medizinisch genutzten Produkten dürfen keinerlei Risiken für Patienten und Anwender ausgehen. Die Erzeugnisse müssen daher absolut fehlerfrei sein. Da sich unsere Systeme nicht manipulieren lassen, bieten unsere Anlagen eine höchstmögliche Produkt- und Produktionssicherheit. Zudem sind unsere modular aufgebauten Maschinen bei kleinstmöglichem Footprint höchst effizient. Viele in der Medizintechnik vorherrschende Anforderungen erfüllen diese Anlagen bereits heute.

Gibt es darüber hinaus weitere Vorteile, die Beck Automation potenziellen Medical-Kunden bieten kann?

Nicolas Beck: Unsere Mitarbeiter besitzen ein tiefgreifendes Automations-Know-how und können zudem langjährige Erfahrung bezüglich der Entwicklung und Fertigung kundenspezifischer Lösungen vorweisen. Unsere Kunden profitieren von diesem fundierten Wissen. Des Weiteren sind wir international breit aufgestellt. So haben wir mit unserem Schweizer Headquarter, unserem 2021 neu eröffneten Werk in Portugal und der erweiterten Niederlassung in den USA ein gutes Netzwerk, auf das wir bauen können. Sollten eigene Mitarbeiter nicht vor Ort sein, stehen uns unsere langjährigen, internationalen Partner zur Verfügung.

Nino Zehnder: Und schließlich konnten wir bereits erste Lösungen in der Medical-Branche umsetzen. Und das, obwohl wir mit unserer neuen Business Unit erst Anfang Q2/2022 offiziell starten werden. Über dieses Projekt können wir allerdings aktuell noch nicht sprechen.

Vielen Dank für die interessanten Ausführungen.

Geschäftsführer der Beck Automation, Nicolas Beck